Donnerstag, 26. Juni 2008

Eine Konfettikanone zum Geburtstag

Mit einem Schuss aus einer Konfettikanone beendete Sebastian Fleischmann seine Begrüßungsansprache im Geburtstagsgottesdienst für die Jugendkirche »marie«. Das bunte Papier rieselte über die 120 Gottesdienstbesucher, die zur Feier des Tages an einer langen Geburtstagstafel Platz genommen hatten. Seine einführenden Worte hatte Sebastian Fleischmann als Jugendkirchenvorsteher und damit als einer der Elternteile der Kirche in einem Brief an das Geburtstagskind formuliert. Er wies auf die jetzt schon sehr ausgeprägten Fähigkeiten der jungen Kirche hin: Sie bringe Menschen zusammen, lasse Gemeinschaft entstehen und fördere den Glauben und das Gebet in einer Zeit, in der zu leben für Jugendliche oft nicht einfach ist.

Einbeck (oh). Es folgte ein mit fröhlichen und nachdenklichen Worten und Aktionen prall gefüllter Gottesdienst. Jeder Gottesdienstbesucher bekam als Geschenk eine Kerze. Darauf stand der vieldeutige Spruch »Wenn’s mal dunkel wird: „marie“«. Die Kerze war gleichzeitig eine Erinnerung an die Taufe der Jugendkirche vor zwei Jahren und Vergewisserung eines jeden Gottesdienstbesuchers an seine eigene Taufe.

Noch vor dem Ende der Veranstaltung erschienen zwei Reinigungsfrauen, wunderbar in Szene gesetzt von Markus Schweiß und Christian Krause. Sie resümierten, was auch nach einem Fest von der Jugendkirche überbliebe, nämlich »die Liebe und ein gutes Gefühl in der Herzgegend.«

Als ein Pate der Jugendkirche war der Bürgermeister der Stadt Einbeck, Ulrich Minkner, anwesend, er überbrachte die besten Wünsche. Er lobte die Jugendkirche für ihr Engagement und gestand ihr als heranwachsendes Wesen zu, auch mal unbequem sein zu dürfen und Eltern und Paten zu fordern. Diesen Forderungen komme die Stadt, so Minkner, gern nach. Damit verwies der Bürgermeister auf die Spendenaktion »Nehmen Sie Platz in der Jugendkirche«, bei der mit einer Unterstützung von 50 Euro ein Stuhl für die Jugendkirche zu erwerben sei. Der Spender kann sich einen der durchnummerierten Stühle aussuchen. Diesen Stuhl ziert dann ein Schild mit dem Namen des jeweiligen Geldgebers. Ulrich Minkner selbst hat sich den Stuhl mit der Nummer eins gesichert.

Der Superintendent des Kirchenkreises Leine-Solling, Heinz Behrends, der im Rahmen seines 60. Geburtstages unter anderem für die Jugendkirche »marie« gesammelt hat, hat sich als weiterer Pate ebenfalls einen ständigen Sitzplatz gesichert.

Für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes sorgten mit viel Souveränität und Intensität Daniel Schubert (Gitarre) und Markus Schweiß (Gesang). Moderiert wurde der gesamte Abend von Kreisjugenddiakon Holger von Oesen, der die Veranstaltung gemeinsam mit dem Jugendkirchenvorstand vorbereitete.

Nach dem Gottesdienst leitete von Oesen über in den zweiten Teil der Geburtstagsfeier. Er lud alle Gäste ein, an der Premiere des Sommermärchens der Jugendkirche marie »Chamäleon, Chamäleon« teilzunehmen. Das Stück nach einem Kinderbuch ist ein charmesprühendes und farbenfrohes Schauspiel. Es erzählt die Geschichte vieler Chamäleons, die auf der Suche nach ihrer eigentlichen Farbe sind. Einstudiert und vorgeführt hat das Stück das Theaterensemble der Jugendkirche.

Es war ein guter Tag für die Jugendkirche. Viele Glückwünsche konnte »marie« entgegennehmen. Denn obwohl sie noch recht klein ist, hat sie einen stattlichen Wirkungsgrad und viele Freunde. Und die hat sie auch verdient. Denn ihrerseits schenke die Jugend, so Sebastian Fleischmann in seiner Rede, vielen jungen Menschen den Glauben an Gott ein hoffnungsstiftendes Gebet.