„Ich soll hier ein Paket abgeben. Es ist für die Jugendkirche marie und es kommt aus Ägypten!“ Ein Postbote platzte in den Gottesdienst zum Kinderkirchentag, brachte die riesige Kiste mit Hilfe einer Karre in die Kirche und stellte es vor die 84 anwesenden Kinder in den Altarraum.
Auspacken durften das Paket Nathalia Asmussen und Max Schwirzke, die beide an diesem Tag Geburtstag hatten. Nathalia wurde acht, Max 17 Jahre alt.
Zum Vorschein kamen zwölf ganz verschiedene Gegenstände wie z.B. ein Gürtel, eine Fackel und ein Weidenkörbchen, die sich als Symbole für Moses Lebensgeschichte, wie sie im Alten Testament aufgeschrieben steht, herausstellten.
Passend zu der Bibelgeschichte sangen die Kinder laut den ins Deutsche übertragene Spiritual „Let my people go“.
Unter der Anleitung der 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendkirche marie behandelten die Kinder je eines der Symbole in Kleingruppen. Um die Jugendkirche herum hörten die kleinen Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen vier und zwölf Jahren die Geschichte von Mose, dem Auszug des Volkes Israel aus der Sklaverei und dem langen Zug durch die Wüste. Bei herrlichstem Wetter erfüllten alle große und kleinen Leute das Kirchengelände und die 3000 Jahre alte Geschichte mit Leben. Die Kinder erfuhren, dass Mose von seiner Mutter ausgesetzt wurde, weil allen erstgeborenen Söhnen durch eine Anordnung des Pharaos der Tod drohte. Durch einen glücklichen Zufall wuchs Mose wie ein Prinz am Hof des Pharao auf. Doch bald spürte Mose, dass er zum Volk Israel gehörte, dass in Ägypten in Sklaverei gehalten wurde. Mit Gottes Hilfe bezwang Mose den Willen des Pharaos und führte das Volk durch das Rote Meer hinaus aus Ägypten. Nach einem langen, zermürbenden Marsch durch die Wüste, bei dem es die Zehn Gebote von Gott erhielt und sie in die Bundeslade legte, erreichte das Volk das von Gott verheißene Land Kanaan. Mose war es lediglich vergönnt das Land von Ferne zu erblicken. Er starb bevor das Volk in die Stadt Jericho einzog.
„Für mich war es ein begeisternder Tag“ freut sich Diakon Ralf Kues, der die ehrenamtlichen Mitarbeiter gemeinsam mit seiner Kollegin Diakonin Ursula Schröder-von Oesen und Vikar Claas Cordemann auf die Kinderaktion vorbereitet hatte.
Die Geschichte von Mose und dem Volk Israel inspiriert zu vielen kreativen Umsetzungsmöglichkeiten, die die Jugendlichen weithin ausgeschöpft haben. Dadurch wurde den Kindern die Geschichte lebendig und nachhaltig vermittelt.